Ulrich & Nicole
Kormann

Bahnhofstrasse 8
CH-3457 Wasen i.E.

0041 (0)34 437 19 25
u.n.kormann@gmail.com

 
authentisch begegnen PDF Drucken E-Mail

 

Nicht weil Kälte unter den Menschen herrscht,
wagen wir die Begegnung nicht.
Weil wir die Begegnung nicht wagen,
herrscht Kälte unter den Menschen.
(Kurt Haberstich)


 

Man kann nicht nicht kommunizieren. (Paul Watzlawik)

Dieser berühmte Satz sagt eigentlich schon alles aus über das authentische Begegnen: Ununterbrochen befinden wir uns im Senden und Empfangen von Information. Wir kommunizieren durch den Blick, durch die Mimik, durch Gesten, durch die Haltung des Körpers und - natürlich auch - durch die Sprache und den Tonfall.

In einer authentischen Begegnung stehen die sprachlichen und die nicht sprachlichen Kommunikationsformen nicht im Widerstreit zueinander, sondern in Ergänzung: Was gesendet und was empfangen wird ist ein ganzheitliches Erleben in einem konkreten Kontext hier und jetzt.

Unerforschlich einbegriffen leben wir in der strömenden All-Gegenseitigkeit. (Martin Buber)

In dieser All-Gegenseitigkeit, in der authentischen Begegnung, können wir uns über das Erleben des intuitiven Tönens, des achtsamen Atmens und des achtsamen intuitiven Bewegens austauschen. Wir versuchen, unser unmittelbares Erleben des Tönens, des Atmens, des Bewegens - und vor allem auch der gerade hier und jetzt stattfindenden Begegnung - in Sprache, in Worte, Begriffe, Sätze, Bilder zu kleiden und uns dieses Erleben gegenseitig mitzuteilen. In dieser Gegenseitigkeit kann ich als Mensch authentisch werden und im Wahrhaftigsein wachsen und reifen:

Ohne wahres Sprechen und Denken ist keine Läuterung des Erlebens möglich. Sprechen und Denken ist wahr, wenn es sich auf wirkliche, nicht "ausgedachte" Ereignisse bezieht und wenn es diese ohne Entstellungen gründlich auffasst und in Beziehung setzt. In diesem Sinne ist Wahrhaftigkeit ein Aspekt der Intelligenz - Intelligenz heisst ursprünglich ein Erfassen von Beziehungen und Bedeutungen, ein Ablesen dessen, was zwischen dem körperlich Wirklichen geschieht - und Lüge ist ein Ausdruck der Dummheit. Wir lügen aus Angst, zu der Wahrheit zu stehen oder aus Unfähigkeit, die Wirklichkeit so aufzufassen, wie sie ist. Wie unklug und gefährlich sich jede Wirklichkeitsentstellung auswirkt, wird uns immer dann klar, wenn wir durch ein auf unwahre Aussagen gestütztes Handeln in Schwierigkeiten geraten. Verlogenheit ist ein Verrat an der Wirklichkeit, die in körperlich erlebbaren und deswegen intersubjektiv gemeinsamen Bereichen stattfindet.

Nicht nur eine wahre, wirklichkeitsbezogene Erkenntnis - eine ausschliesslich logische, nur begrifflich abgeleitete Erkenntnis ganz beiseite gelassen - ist für die Läuterung des Geistes nötig; es ist auch ein körperliches Nachvollziehen der Wahrheit erforderlich. In solch körperlichem Vollzug des Wahren und wirklich Möglichen werden die Entstellungen und Verhärtungen aufgelöst, die durch Verlogenheit und Wirklichkeitsentfremdung entstanden sind. Entstellungen und Verhärtungen in unserem Geiste und in unserem Körper, der den Geist trägt, sind das innere Gegenstück zu den Lügen, Halbwahrheiten und äusseren Wirklichkeitsentstellungen, denen wir uns angepasst haben. Unwissenheit, fixe Ideen, Illusionen, Dünkel und Wahn, die unser Denken stören, können nur bestehen, solange unsere Geistestätigkeiten ohne körperlichen Wirklichkeitsbezug ablaufen. Entsprechend bewirkt die Herstellung des Wirklichkeitsbezugs ein Auflösen jener pathologischen Verhärtungen und Entstellungen. Das Wissen, Denken und Sprechen wird wahr, das Erleben in der körperlichen Wirklichkeit verankert. (Mirko Frýba)

Das ist die Bedeutung einer authentischen Begegnung. Es geht nicht um den Austausch von Theorien und deren Interpretationen, auch nicht um gegenseitige Belehrungen, sondern um die Praxis des aufrichtigen Miteinanderunterwegsseins in der Begegnungswelt.




Ich muss es immer wieder sagen: Ich habe keine Lehre. Ich zeige nur etwas. Ich zeige etwas an der Wirklichkeit, was nicht oder zu wenig gesehen worden ist. Ich nehme ihn, der mir zuhört, an der Hand und führe ihn zum Fenster. Ich stosse das Fenster auf und zeige hinaus. Ich habe keine Lehre, aber ich führe ein Gespräch.

Ich werde am Du; Ich werdend spreche ich Du. Alles wirkliche Leben ist Begegnung. (Martin Buber)